Weihnachten und Essen gehen ja quasi Hand in Hand. Leider wird dies aber oftmals als Belastung wahrgenommen. Sätze wie: "Boah, die Weihnachtsfeiertage werden wieder anstrengend. Es wird nur gegessen und gesessen." Schade eigentlich! Essen ist doch etwas Schönes und das Essen mit den Liebsten zu zelebrieren sollte eigentlich noch besser sein. 

Ja, wir, das sind Verena von Katzentante kocht und bloggt und ich verstehen das alles, kennen es aus eigener Erfahrung: Mittags gibt es meist eine Suppe, dann ein Fleischgericht und im Anschluss an die Nachspeise Kekse im Übermaß. Ach, und so bald man vom Süßen übersättigt ist, steht die Jause auf dem Tisch. Brot, Käse, Speck, etc. Alles sehr lecker, aber sehr, sehr "schwer". 

In unserem zweiten Beitrag zu unserer Blog-Serie "Mission: Österreichische Küche" haben wir ein Weihnachtsmenü kreiert, welches in sich sehr rund ist, für welches man saisonale und regionale Produkte verwenden kann, es ist vegetarisch und obendrauf noch glutenfrei. Nein, nicht, weil wir ein "fancy" Menü zaubern wollen, welches nur für Leute "mit komischen Essgewohnheiten und Intoleranzen" geeignet ist, sondern jenes, das allen schmeckt und worüber sich vor allem der überfüllte Magen freut. 

Kann es dennoch mithalten mit dem fleischlastigen, traditionellen Festtags-Essen? Verena, die Fleischesserin von uns beiden, und ich haben das Menü zusammengestellt und nachgekocht und verraten dir hier unsere Eindrücke. Hier geht's zu Verenas Beitrag mit ihren Kommentaren. 

Zwiebelsuppe

Die Idee kam von Verena, da ich grundsätzlich nicht sooo ein Zwiebelfan bin, aber diese Suppe wirft alle meine "Vorurteile" über Bord und sie passt aus mehrerlei Gründen super in unser Menü. Erstens, man braucht einige wenige, regionale Produkte, die in jedem Supermarkt erhältlich sind, was mir persönlich ganz wichtig ist, egal, was ich koche. Des Weiteren werden Zwiebel auch für den Hauptgang verwendet, in jenem Gang sind sie dennoch nicht dominierend, dennoch zieht sich ein gewisser roter (Zwiebel)faden durch die ersten beiden Gänge. Zusätzlich ist das Gericht neben glutenfrei auch noch vegan (ohne Butter) - weswegen man sich dann die Diskussionen am Tisch erspart, was denn nun die "hoagliche" (also sich vegan ernährende) Enkelin essen kann und was nicht.

Zutaten (für 2 Portionen): 

Zeit: 30 Minuten

  • 200 g Zwiebel, weiß (die Menge entspricht etwa 2 mittelgroße Zwiebelknollen)
  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • 1 EL Butter oder Öl (für die vegane Variante)
  • 1 TL frisch gemörserte Koriandersamen 
  • 1/2 Gemüse-Suppenwürfel oder 1 gestrichenen EL Suppenwürze
  • 1 TL (Roh)rohrzucker 
  • 1 Schuss Apfelessig 
  • 2 Lorbeerblätter
  • etwas frisch gemahlener (bunter) Pfeffer
  • Wasser (je nach Bedarf)
  • optional: Salz

Zubereitung: 

Schäle die Zwiebeln und schneide sie in feine Ringe. Gib die Butter oder das Öl in einen Topf und erhitze diese/s. Füge die Zwiebelringe und die gemörserten Koriandersamen hinzu und brate die Zwiebeln bei mittlerer Temperatur, bis sie glasig sind. 

Schäle in der Zwischenzeit die Kartoffel und reibe sie ganz fein. 

Gib den Zucker zu den Zwiebeln, lasse ihn kurz karamellisieren und rühre dann die geriebene Kartoffel ein. Brate alles noch einmal kräftig an, bevor du das Gemüse mit etwas Wasser ablöscht. Würze die Suppe nun mit dem Lorbeerblatt, dem Essig und der Suppenwürze, gib eine weitere, kleine Tasse Wasser hinzu und lasse die Suppe bei schwacher Hitze etwa 10 Minuten vor sich hinköcheln (Die Menge des Wassers ist abhängig vom Gemüse und von deinem individuellen Geschmack.).

Schmecke die Suppe ggf. mit Salz und etwas Pfeffer ab und serviere sie heiß.

Hinweis: Bei den klassischen Rezepten serviert man die Suppe mit einer Scheibe Baguette - überbacken mit (Blauschimmel)käse. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, da unser Menü glutenfrei ist und wir der Meinung sind, dass wir in der Weihnachtszeit ohnehin sehr schnell von den vielen Kohlenhydraten und Fett übersättigt werden. Aber: Feel free, fühl dich frei, das Käse-Baguette dennoch mit auf den Teller zu geben, die Suppe schmeckt mit und ohne sehr gut. 

Gefüllter Kürbis 

Der Kürbis. Mein bester Freund im Herbst und Winter. Kürbis kann meiner Meinung nach so vielseitig eingesetzt werden, dass die Gerichte nie langweilig werden. Auch dieses Gemüse ist regional und neben dem herrlich cremig, nussigem Geschmack ist der Kürbis vollgepackt mit Ballaststoffen, pflanzlichem Protein, Vitamin A und C, usw. - diese Liste ist wirklich lang. 

Als Hauptspeise sollte es für die Österreicherin und für den Österreicher dann doch etwas eher Deftiges sein. Gut, dann füllen wir den Kürbis eben, haben wir uns gedacht! Und zwar mit Hirse - die kleinen, gelben Getreidekörner sind ebenfalls glutenfrei und zeichnen sich durch einen ganz speziellen Eigengeschmack aus, der wunderbar zum Kürbis passt. Für mich ist dieses Gericht nicht nur ein Festtagsschmaus, sondern auch ein "every-day-life"-Rezept. Den weihnachtlichen Pfiff verleihen dem Gericht die Gewürze - Gewürze sind wärmend, entgiftend und verdauungsfördernd: perfekt also für die Weihnachtszeit und den Winter. 

Zutaten (für 2 Portionen): 

Zeit: ca. 60 Minuten

  • 1 Hokkaido-Kürbis (ca. 800 g)
  • 1 kleine Tasse Hirse
  • 3 Gewürznelken
  • 1 Zwiebel
  • etwas Öl zum Anbraten
  • 2 EL Sesam
  • Salz
  • frische Petersilie

Gewürzmischung: Du kannst entweder ein fertig gemischtes "Garam Masala"-Gewürz verwenden (Garam Masala bedeutet nichts anderes als "Gewürzmischung") oder dir deine eigene Mischung aus den folgenden gemahlenen Gewürzen zusammenstellen.

  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Kardamom
  • 1 TL Koriandersamen
  • 1/4 TL Muskat
  • 2/3 TL Ingwer 

Sauce: 

  • 125 - 200 g Naturjoghurt (je nachdem, wie viel Sauce du magst)
  • 1/2 - 1 EL Tahina
  • frischer Zitronensaft
  • Salz
  • optional: frischer Knoblauch

Zubereitung: 

Koche eine kleine Tasse Hirse mit den Nelken in doppelt so viel Wasser einmal auf und lasse sie dann vor sich hinköcheln, bis das Wasser aufgesogen ist und die Hirse weich, aber dennoch einen körnigen Kern behält. 

Schneide die Zwiebel in kleine Würfel und röste diese mit einem Schuss Öl an. 

Der Sesam wird in einer Pfanne kurz angeröstet (ohne Öl!), bis er eine braune Farbe erhält und zu duften beginnt. Anschließend wird er grob gemörsert. 

Heize das Backrohr auf 175°C vor. 

Schneide vom Kürbis oben und unten den Strunk gerade weg, damit er anschießend gut am Backblech stehen kann. Halbiere den Kürbis und höhle ihn aus. 

Vermische die gekochte Hirse mit den gerösteten Zwiebelwürfeln, Sesam, Salz, Petersilie und deiner Gewürzmischung. Fülle die Menge zu gleichen Teilen in die beiden Kürbishälften und gib sie für etwa 30 Minuten ins Backrohr. Wenn du eine knusprige Hirse-Kruste möchtest, erhöhe die Temperatur in den letzten Minuten auf 200°C Oberhitze. 

Während du darauf wartest, dass diese Köstlichkeit fertig wird, vermische die Zutaten für die Sauce und schmecke nach deinem persönlichen Geschmack ab. 

Serviere den Kürbis heiß als Ganzes mit etwas Sauce und eventuell einem grünen (Vogerl)salat. 

Gebackene Topfen-Birnen-Schichtcreme

Was ich ganz besonders an der österreichischen Küche liebe, ist der Topfen. Einer der wenigen Gründe, warum ich mich nicht gänzlich pflanzlich ernähre. Eine Topfencreme ist sehr schnell zubereitet, und wenn der Topfen nicht gerade im Strudel oder in der Golatsche versteckt ist, wird er oftmals "roh" und kalt genossen. Deswegen ist dieses Rezept auch so besonders: Der Topfen ist warm, durch das Ei fluffig, dennoch fest und das Birnenkompott - wir haben wieder regionales Obst verwendet - rundet dieses Dessert perfekt ab. Für den nötigen Crunch sorgen die Mandeln, die im Vergleich zu den Keksen wiederum kein zusätzliches Mehl beinhalten, welches das Gericht "beschweren" würde. 

Zutaten (für 2 große oder 4 kleine Portionen):

Zeit: ca. 30 Minuten

  • 3 Birnen, hart - mittelhart (ca. 350 g)
  • je 5 Nelken und Pimentkörner (ersatzweise Wacholderbeeren)
  • 1 Zimtstange
  • optional: frisch geriebener Ingwer
  • 250 g Magertopfen
  • 1 Ei
  • 1 Msp. Vanille 
  • 1 - 2 EL Honig 
  • 1 gestrichenen TL (Mais)stärke
  • geriebene Mandeln 

Zubereitung: 

Falls zu das Menü im Ganzen vorbereitest, dann würden wir empfehlen, das Kompott ganz zu Beginn von all den anderen Arbeiten zu machen, da es auskühlen sollte, damit der Topfen nicht vorzeitig stockt. 

Für das Kompott schäle, entkerne und schneide die Birnen kleinwürfelig. Bedecke einen kleinen Topf mit Wasser und koche darin Nelken, Piment und Zimtstange auf. Füge die Birnen hinzu und lasse das Kompott für etwa 5 Minuten köcheln. Die Birnen sollen knackig bleiben und nicht zerfallen. Optional füge den Ingwer hinzu und lasse es auskühlen. 

Heize das Backrohr auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. 

Gib das Ei in eine Schüssel und schlage es mit einem Schneebesen händisch auf. Füge Topfen, Honig, Vanille und Stärke hinzu und verrühre die Masse, bis sie cremig ist. Abschmecken. 

Nun nimm kleine, feuerfeste Soufflée-Förmchen zur Hand und bedecke sie mit einer Schicht Kompott. Streue etwa einen Teelöffel von den geriebenen Mandeln darüber und bedecke es mit einer Schicht Topfencreme. Wiederhole noch einmal. Schließe mit Topfencreme ab, bestreue diese mit den geriebenen Mandeln und gib die Förmchen bei 180 Grad in den Ofen. Sobald der Topfen stockt, erhöhe die Temperatur auf 200 Grad und lasse die Mandeln bei Oberhitze noch ein paar Minuten leicht bräunen. 

Serviere das Dessert lauwarm. 

Fazit von Lena: ...und nach einem Spaziergang ist dann auch wieder Platz für eine kleine Jause. ;-) Ich finde dieses Menü wahnsinnig geschmackvoll und es liefert den Beweis, dass die Festtage auch ohne (zu) viel Zucker und Fett besinnlich sein können. Meiner Meinung nach haben wir österreichische Lebensmittel perfekt verpackt und zudem steht man als Koch oder Köchin nicht ewig in der Küche und muss die Gäste alleine lassen, denn die Zubereitung jedes einzelnen Ganges ist sehr simpel. Die Suppe, sowie die Füllung des Kürbisses und das Birnenkompott können theoretisch vorbereitet werden und das Dessert wandert nach dem Verspeisen des Hauptganges erst in den Ofen. 

Fazit von Verena: Für mich als Zwiebel- und Kürbisfan sind die ersten zwei Gerichte unseres Festmahls sowieso perfekt. Die Kürbiswürzung gibt ihm einen richtig guten Geschmack und mir als Fleischesserin hat nichts gefehlt. :-) Wie schon erwähnt, finde ich es super, dass wir uns für eine etwas fluffigere Nachspeise entschieden haben; sowas ist mir viel lieber als ein riesiges Stück Torte. Dadurch, dass das Hauptgericht nicht fettig ist und auch die Nachspeise eher von der leichteren Sorte, ist man anschließend nicht komplett vollgegessen und kann auch noch ein paar Kekse genießen. Bei mir kommt das vegetarische Menü sicher wieder auf den Tisch!

 

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