Diesen Monat war sehr schnell klar, was Verena und ich zaubern werden. Man kann keine Mission: Österreichische Küche starten, ohne Knödel zu kochen! 

Verena meinte zu mir: "Ich will Knödel kochen. Ich find das so schade, dass die pikanten Knödel meistens mit Fleisch oder Speck gefüllt sind." Wo sie Recht hat, hat sie Recht. 

Bevor ich zu meinem Gericht komme, passt hier ein Artikel ganz gut zum Thema, den ich in der aktuellen Falstaff-Zeitschrift gelesen habe. Knödel sind nämlich kulinarisches Kulturgut in Südtirol! Man versucht dort, die alpine Tiroler-, bzw. italienisch, mediterrane Kochkunst in den runden Köstlichkeiten zu vereinen. Beweise, dass dort schon im 13. Jahrhundert Knödel bekannt waren, sind in einer Kapelle zu sehen, wo eine Frau Knödel für die Heilige Maria zubereitet. Ich war leider noch nie dort, fand es aber höchst interessant! In Südtirol ist das "Knödel-Dreierlei" ein gängiges Gericht auf den Speisekarten. Also: Auf auf nach Südtirol! 

Nun zurück nach Österreich, wo Knödel auch eine sehr wichtige Rolle spielen - egal, zu welcher Jahreszeit. Ich mag Knödel echt gerne. Geröstete Knödel mit Ei, Semmelknödel mit Salat (nachdem ich dem obligaten "Saft" vom Schweinebraten den Rücken zugewandt habe) oder Sauerkraut, Topfenknödel, Spinatknödel und vor allem die süßen Varianten mit Brösel liebe ich heiß und innig. 

Ehrlich gesagt, habe ich recht lange überlegt, mit was ich meine pikanten, vegetarischen Knödel füllen könnte. Verena war schon fertig mit dem Kochen und im Knödel-Genuss-Himmel, während ich noch überlegt habe. Überhaupt, ich hatte lange keine Ahnung, welchen Grundteig ich verwenden sollte: Topfenteig, Semmelknödel-Teig, Erdäpfelteig,... Ich habe mich für letzteres entschieden und mir von Verena das Grundrezept "ausgeborgt". 

Meine Knödelvariation ist indisch angehaucht. Vielleicht kennst du "Samosas", die indischen Teigtaschen, die mit Kartoffeln, Erbsen und Gewürzen gefüllt und frittiert werden?! Soooooo lecker, ich bestell sie jedes einzelne Mal beim Inder, egal, bei welchem ich bin. Nun habe ich die Kartoffeln im Teig und die Fülle besteht aus Erbsen, Gewürzen und roten Zwiebeln. Was wäre die österreichische Küche ohne Zwiebeln!? 

Dazu gibt es einen Vogerlsalat, den man auch oft mit Kartoffeln isst und der mittlerweile auch wieder aus Österreich kommt! Ich hab mich sehr gefreut, als ich ihn gekauft habe. Zu einem "bodenständigen" Salat gesellt sich ein asiatisch angehauchtes Dressing mit feiner Erdnussbutter. Diese nussige Note passt super zu den Gewürzen und zum Salat, wie ich finde.

Ganz ehrlich gestanden war ich selten so verzweifelt beim Kochen wie dieses Mal. Warum? Weil mein Teig einfach viiiiiiel zu weich war, obwohl ich mich ausnahmsweise einmal ans Rezept gehalten habe. Ich dachte kurzzeitig, ich muss alles wegschmeißen, bis ich dann einfach echt viel mehr Mehl, als es das Rezept vorschreibt, beigemengt habe. Leider hab ich es dann zum Schluss auch nicht mehr abgewogen, da meine Finger nur noch klebrig waren.

Aber Entwarnung: Ich hab es schlussendlich hingekriegt! 

Bist du neugierig, was Verena gekocht hat? Hier kannst du ihren Beitrag lesen! Sie hat Auberginen-Parmesan-Knödel gezaubert. Diese stehen auf meiner "To-cook-Liste" ganz weit oben. 

Und hier ist nun mein Rezept. Bühne frei für...

Indische Erdäpfelknödel mit Vogerlsalat

Zutaten (für ca. 8 Knödel): 

Zeit: 60 Minuten

Für den Teig: 

  • 500 g mehligkochende Erdäpfel
  • ca. 150 g Mehl (Ich habe Dinkelvollkornmehl und 20 g Grieß gemischt)
  • Salz, Kurkumapulver (dadurch wird der Teig schön gelb), geriebene Muskatnuss
  • 15 g Butter
  • 1 kleines Ei 

Für die Fülle: 

  • 150 g Tiefkühl-Erbsen
  • 3 rote Zwiebel 
  • je 1 TL Korinadersamen, Kreuzkümmel, Garam Masala-Gewürzmischung 
  • Salz 
  • 1 TL Pflanzenöl 
  • frische Petersilie 

Für den Salat: 

  • Vogerlsalat 
  • Dunkler Balsamico-Essig, Honig, feines Erdnussmus, Salz 
  • 2 EL geröstete Sonnenblumenkerne 
  • Rosa Pfefferkörner zum Garnieren

Zubereitung: 

Koche die Erdäpfel mit der Schale, bis sie weich sind.

In der Zwischenzeit schäle und hacke die Zwiebeln fein. Röste die Koriandersamen und den Kreuzkümmel in einer unbefetteten Pfanne an, bis sie duften und mörsere sie danach grob. Gib das Öl in die Pfanne und brate die Zwiebeln an. Füge die Erbsen, etwas Salz, das Garam Masala, die gemörserten Gewürze und die Petersilie hinzu und schalte die Herdplatte ab.

Vermische die trockenen Zutaten für den Teig auf einer sauberen Arbeitsfläche.

Wenn die Kartoffeln weich sind, schäle sie und zerdrücke sie, so lange sie heiß sind. Mische das Püree und die Butter unter das Mehl-Gemisch. Wenn die Masse etwas ausgekühlt ist, schlage das Ei auf. Knete alle Zutaten rasch zu einem Teig, füge so viel Mehl hinzu, dass er geschmeidig ist und nicht mehr an den Händen kleben bleibt (ganz wichtig!). Forme eine Rolle. 

Nimm einen großen Kochtopf, befülle ihn zur Hälfte mit Wasser und bringe es zum Kochen. Schneide die Teigrolle in gleichmäßige Teile, nimm die Teigstücke nacheinander, drücke sie auf deiner bemehlten Hand flach aus, setze etwas Fülle in die Mitte und verschließe die Knödel gut. Wichtig ist, dass die Knödel fest und kompakt sind, bevor du sie ins kochende Wasser gibst. Achte zu Beginn darauf, dass sie nicht am Boden kleben bleiben. 

Schalte die Herdplatte zurück und lasse die Knödel etwa 20 Minuten im Wasserbad ziehen. Zumindest so lange, bis sie an der Oberfläche schwimmen - gerne etwas länger. 

In der Zwischenzeit vermische alle Zutaten für das Dressing und wasche den Salat. Lass ihn gut abtropfen und mariniere ihn dann. Da das Erdnussmus schon fetthaltig ist, brauchst du keine zusätzliches Öl verwenden für den Salat. 

Seihe die Knödel ab und serviere ihn mit dem Salat. Garniere das Gericht mit ein paar rosa Pfefferkörner. 

Die Knödel eignen sich auch zum Einfrieren (denn so eine Action muss man nicht jeden Tag haben ;-)). 

 

 

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